„Klarmachen zum Gendern“: Ein Plädoyer

Liebe (Mit-)Piraten,

vorgestern erfuhr ich via Twitter zufällig von einer Diskussion zweier unserer Berliner Abgeordneten, Alexander Morlang und Simon Kowalewski, über eine bei der Piratenfraktion umstrittene Pressemitteilung aller Fraktionen zur Unterstützung der Berliner Erklärung vom Dezember 2011. Die Berliner Erklärung, initiiert von 12 Frauen, hat die Umsetzung des Gleichstellungsgebots nach Art. 3 Absatz 2 Satz 2 GG schwerpunktmäßig im Bereich der Wirtschaft zum Ziel und fordert daher als konkrete Maßnahme eine 30%-Frauenquote in Aufsichtsräten „der börsennotierten, mitbestimmungspflichtigen und öffentlichen Unternehmen“.

Ich weiß, dass viele von euch eine Quote auch in der Wirtschaft strikt ablehnen. Ich bitte euch dennoch, diese Position noch einmal zu überdenken.

Das gängigste Argument, nicht nur in Piratenkreisen, gegen die Quote in der Wirtschaft ist, dass Leistung und Kompetenz zählen soll und nicht Geschlecht, in dem Sinne dass es z.B. nicht sein kann, dass eine weniger qualifizierte Frau einem qualifizierteren Mann bevorzugt wird. Dieser Gedanke mag verlockend sein.

Betrachten wir jedoch einmal die Realitäten: Auf der Seite des Vereins „FidAR – Frauen in die Aufsichtsräte e.V.“ finden sich hierzu sehr ernüchternde Zahlen. Der „Women-on-Board-Index“ kommt in den Aufsichtsräten der „DAX, MDAX, SDAX und TecDAX-Unternehmen“ auf gerade einmal 11,84% Frauenanteil. Der Großteil davon wurde von den Arbeitnehmern entsendet, von den Vertreterinnen und Vertretern der Anteilseigner sind insgesamt nur unglaubliche 4,57%  Frauen. Von den 663 Vorstandsmitglieder_innen der genannten Unternehmen sind sogar nur 24 und damit 3,63% Frauen. [1]

Glaubt ihr, angesichts dieser Zahlen wirklich von einer Vergabe nach Qualifikation ausgehen zu können? Meine Antwort lautet ganz klar: Nein, das ist nicht möglich und war es noch nie. Ich denke, es handelt sich hier um ein strukturelles Problem, das Vorherrschen eines Systems, das den Einfluss von Frauen auf Entscheidungen in der Wirtschaft hemmt.

Stellt sich die Frage nach Lösungsansätzen. Auf lange Sicht muss meines Ermessens die Struktur der Unternehmensführung hinterfragt und durch bessere Modelle ersetzt werden. Aber die Weichen hierfür zu stellen wird ein langer und schwieriger Weg. Insofern halte ich die Quote für Aufsichtsräte für eine Möglichkeit, um in absehbarer Zeit die Verhältnisse zumindest im Rahmen der alten formalen Strukturen zu berichtigen. Es ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber es ist ein Werkzeug, um der Gleichstellung widersprechende Zustände aufzubrechen.

Insofern sollte die Diskussion natürlich über das Hinausgehen, was in der „Berliner Erklärung“ konkret beschrieben ist. Aber, wie schon an der noch eher moderaten Quote von 30% erkennbar ist, handelt es sich hier um den Versuch eines sehr breiten Konsens, der noch sehr viel Raum für die weitere Entwicklung lässt, aber dennoch, wenn einmal umgesetzt, schon geeignet ist, in den Führungsebenen der Wirtschaft für unmittelbare Konsequenzen zu sorgen. Diesem Konsens, dieser einmaligen Chance, ein solches Projekt noch im Anfangsstadium mitzutragen, sollten auch wir Piraten uns nicht verschließen. Wir müssen uns auch an dieser Stelle (aber natürlich noch durch viel mehr Ansätze) „Klarmachen zum Gendern“, das ist nichts, was lediglich „von außen herangetragen wird“, wie immer wieder genervt behauptet wird. Das ist auch ein innerparteiliches Bedürfnis, wie vorangegangene Auseinandersetzungen zeigten und es nicht zuletzt auch ein Bestandteil unserer politischen Verantwortung. Das Angebot einer fraktionsübergreifenden Pressemitteilung in Berlin hat uns wohl noch sehr kalt erwischt, das sollte in Zukunft anders aussehen.

Im LiquidFeedback der Piraten Berlin sind im Moment vier Initiativen in der Diskussionsphase, die sich mit der Frage beschäftigen, wie mit diesem Angebot umgegangen werden soll. Am aussichtsreichsten scheint im Moment die Initiative „Keine Quotenforderungen ohne Parteitagsbeschluss„, die eine Nichtpositionierung in punkto Frauenquote zum Ziel hat, während die Unterstützung der gemeinsamen Pressemitteilung bisher auf die geringste Gegenliebe stößt, was ich sehr schade finde. Ich bitte euch: wenn ihr im Landesverband Berlin Mitglied seid, schaut euch die Initiativen an und beteiligt euch an Diskussion und Abstimmung.

Aber auch außerhalb könnt ihr mithelfen: Im Bundes-LiquidFeedback gibt es eine Initiative „Die Piratenpartei Deutschland unterstützt die Berliner Erklärung“. Lasst diese wichtige Diskussion auch auf Bundesebene nicht wieder versiegen, indem ihr die Initiative unterstützt und so verhindert, dass sie schon vor der Diskussionsphase wieder abgebrochen wird.

Und, natürlich das wichtigste: Unterzeichnet selbst die Erklärung unter http://www.berlinererklaerung.de/. Zusätzlich habe ich eine Seite im Piratenwiki angelegt, auf der ihr durch Eintrag in die Liste der „Piraten, die die Berliner Erklärung unterzeichnet haben“ bewusst in eurer Rolle als Mitglied der Piratenpartei Deutschland eure Unterstützung für die Erklärung zum Ausdruck bringen könnt.

Dankeschön.

P.S.: Selbstverständlich empfehle ich auch meinen Leserinnen und Lesern, die nicht der Piratenpartei angehören, die Petition zu unterzeichnen ;)

[1] Anmerkung: Es wurde jeweils der Gesamtanteil, nicht der mittlere Anteil, genannt, das ist ein Unterschied, da Vorstände und Aufsichtsräte jeweils nicht alle gleich groß sind.

Advertisements
Veröffentlicht unter Gesellschaft, LiquidFeedback, Piraten, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Vorm Spiegel einer oberflächlichen Gesellschaft

[Triggerwarnung: Der unten zitierte Diskussionsausschnitt enthält schlimmste Formen von Sexismus und Dickenfeindlichkeit und kann daher möglicherweise traumatische Erinnerungen auslösen. Bitte lies nur weiter, wenn du dir sicher bist, dass das kein Problem für dich ist.]

Gestern ging mir auf Facebook zufällig eine „Diskussion“ durch die Timeline, die ein Maß an Sexismus, Menschenverachtung, Hass und übelster Beleidigungen gegenüber einer augenscheinlich allen Schreibenden fremden Person aufwieß, wie ich es dort noch nicht erlebt habe. Ich habe mich daher entschlossen, den Verlauf der ersten ca. 300 Kommentare hier zu dokumentieren, selbstverständlich befreit von Namen und Profilbildern (sollte jemand doch noch eine persönliche Information finden, bitte ich, mir das per Mail an die Adresse im Impressum mitzuteilen). Ich erwarte natürlich nicht wirklich, dass sich jemand das komplett durchliest, aber schon nach ein paar Kommentaren sollte der grundsätzliche Tenor klar sein.

Der Aufhänger des Ganzen war ein Foto einer stark übergewichtigen, nackten Frau unter der Dusche. Dass das Bild frei von Bearbeitungen war, kann ich aufgrund der Verfügbarkeit entsprechender Software natürlich nicht mit Gewissheit feststellen, wäre es so, würde das aber auch nichts an der Qualität der Kommentare ändern. Denn die zeugen in jedem Fall davon, wie hier versucht wird, sich über einen anderen Menschen zu heben. Wie ein Mensch entwürdigt und explizit auf ein Stück Fleisch reduziert wird. Wie dann die Hasstirade auch noch durch scheinheilige pseudomoralische Argumente gerechtfertigt wird.

Dass soetwas selbst im Klarnamennetzwerk Facebook auftritt, wirft nicht nur ein eindeutiges Licht auf die Argumentation, dass uns nur die pöse, pöse Anonymität zu asozialen Monstern macht. Vielmehr legt es mir die traurige Vermutung nahe, dass wir hier einen Querschnitt unserer Gesellschaft bei der Selbstbelustigung erleben. Ich denke, ich bin nicht der einzige, der auch schon im sog. „Real Life“ Sprüche aufgeschnappt hat, die in eine ähnliche Richtung gehen, von daher ist es eine dermaßen schlimme Reaktion vielleicht gar nicht so überraschend, wie es mir gerade vorkommt, aber in dieser geballten Form in einer digitalen Teilöffentlichkeit ist und bleibt es für mich einfach nur erschreckend.
Insofern bleibt mir nur noch zu wünschen, dass diese Gesellschaft irgendwann noch lernt, Menschen nicht nach ihrem Aussehen zu bewerten und noch genereller die Würde des Menschen und den Respekt vor jedem Einzelnen nicht nur als formale Notwendigkeit, sondern als Kernprinzip jeden menschlichen Zusammenlebens zu verstehen.
Und natürlich möchte ich noch denjenigen danken, die sich in diesem konkreten Fall getraut haben, ihr geschriebenes Wort gegen diesen Strom des Hasses zu erheben.

(Anzumerken ist noch, dass ich einzelne Kommentare wegen persönlicher Informationen etc. auch komplett weggelassen oder Worte auch mal ohne Kennzeichnung entfernt habe, eine Sinnverfremdung ergibt sich m.E. dadurch aber nicht. )
 
Kommentarverlauf:
(an dem ich keine Rechte habe und der damit auch nicht unter der üblichen CC-Lizenz steht)
 
*omg ist das echt??
*ich weiss es nicht
*Bestimmt nicht. Ich kenne keinen Griff in einer Dusche der das aushält.
*Aua
*ou man :D
*Was will die mit so ner kleinen Seife bei ihrem Umfang? Ausserdem muss da ein Mann weiter helfen, das schafft sie nicht mehr alleine :D meldet sich wer freiwillig :D
*boah [Vorname]…
*Wo ist denn der Ist ja grauenvoll-Button ??
*von irgend nem fettgewebe verdeckt blätsch ^^
*sowa will doch keiner sehen
*um Gottes Willen—das ist abstossend
*Menschen, die sich über die Äußerlichkeiten anderer Menschen belustigen und das auch mit witzigen Facebook-Bildern kundtun, kotzen mich übrigens ganz gewaltig an. Geht bitte sterben.
*[Vorname] das ist doch deine ex oder net:P
*da brauchste nen navi :D
*hier sachma [Spitzname] wieso hatte die mit Dir schluss gemacht ?
*lustig fand das hier keiner, eher gruselig. geh woanders lachen
*will ja nicht lästern….abbbeerrrrr……sollte ich mal so aussehen dürft ihr mich ohne vorwarnung erschießen
*Die arme Frau ! Zum lachen is das echt nicht !
*Sorry [Nickname], die meisten sind es aber selber schuld,wenn sie alles in sich hineinschieben.Es is echt ekelhaft
*mein gott O_o
*hey wer tut mir sowas an :)
*AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!!! AUGENKREBS!!!!!!!!!!!!!!!!!! Das ist total unmöglich das die noch in der Dusche stehen kann… die müsste längst durch den Boden brechen !!!!
*An [Nickname] : DU bist aber auch nicht besser, wenn du sagst, dass solche leute sterben gehen sollten. ;) Weil dann verurteilst du ja auch diese leute, undszwar dafür, dass sie andere verurteilen.. Hättest du nur geschrieben, dass Menschen, die sich über die Äußerlichkeiten anderer Menschen belustigen und das auch mit witzigen Facebook-Bildern kundtun, dir nicht gefallen, wäre es ok. Aber so… Naja, abschließend gibt es nur noch eins zu sagen: Wenn man etwas hasst, hat es auch immer mit einem selber etwas zu tun. ;)
*wie ekelhaft ist das denn
*bahhh wie kann mann nur die arme frau
*aaaaaaaaaaauuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu wie fett man da kann man sich doch nur schämen oder ???????????????????????????????????????????????????????????????????????ßßß
*und wo ist vorne und hinten ?
*omg
*?@[Nickname] diese menschen habens verdient fertiggemacht zuwerden . den sie selbst haben ja auch kein respekt vor ihren eigenen körper 0 und wer sagt das es eine krankheit ist ,der sollte sich aufhängen gehen
*Bähhhhhhh Pfui….. wer sowas F…. ist zufaul zu W……
*sieht aus wie ein dickdarm..
*ayni sen muhaha
*kes sesini.. aptal cok komik
*hadi beeeeeeeeee
*[Nickname] war auch nur spaß dummes kind
*jaja is ok
*[Nickname] danke…
*?=)
*auch wenn man es nicht gleich erkennt ist es dennoch ne nackte frau. hat hier nichts verloren… dislike und bitte rausnehmen!!!
*bluadige hennakepf was is denn des? :D
*Im Winter schön warm und im Sommer spendet Sie schatten :-)
*Boah wtf.. Wenn das echt ist, dann frag ich mich wie dieser Mensch es schafft überhaupt morgens aufzustehen O.o
*junge das ist sau ekelig
*ihhhh
*Boah ey das ist aber echt ekelig :-((((((((
*du bist so ecklig…..
*Finde die Fliesenfarbe auch ekelig, echt… wie kann man denn das Badezimmer so fliesen?
*boah mir wird gleich schlecht
*Hardtbeat Oh mein gott is das wiederlich!!!
*man mus echt schlau sein um sowas reinzustellen das ist einfach nur miss und moobing -.-
*also wenn ich plane eine fast food kette zu eröfnen dann würde ich sie als jahres ration fleisch bestellen
*Wie kann man sich nur über die Äußerlichkeiten anderer Menschen belustigen. Das ist ja schon unterste Schublade und ekelhaft. Man sollte andere Menschen immer gut und freundlich behandeln, so wie man auch selbst behandelt werden möchte. Keiner hat sich selbst gemacht.
*gott sei dank bin ich schlank und hübsch :)
*Ey auch auf die gefahr hin das ich nun gleich gehasst werde doch ich muss der dame über mir ganz klar wieder sprechen… DOCH ES GIBT AUCH MENSCHEN DIE SICH SO SELBST MACHEN!!!!…
*alter, wie geht sowas denn?
*Der Zicke bohr wie kann man sich nur so gehen lassen ekelhaft
*ab mit ihr nach afrika..da werden 3 dörfer von satt ;-) hehehehehe
*O mein Gott was ist das bitte :0
*EEEEEEEEEEKEEEEEEEEEEEEEEL WÜRG
*öööhm…. ?! n/c ^^
*Na da möchte ich nicht die Seife sein
*Ach du sch…….
*da steht doch bestimmt noch einer hinter dem vorhang xD
*menschen die sich sowas freiwillig antun sind doch nicht ganz gesund oder ???? ich meine die haben doch bestimmt minderwertigkeitskomplexe oder ähnliches… ähm und die die krank sind die tun mir leid aber selbst die jennigen können doch mitlerweile etwas dagegen tun…. Hallooo wir leben im 21. jahrhundert wo man sich zum beispiel denn magen verkleiner kann… die können doch nicht wahrhaftig erzählen das die sich so wohlfühlen… ähm und naja wenn doch dann respekt an das selbstbewusstsein…
*und null orangen Haut ;-)
*?…. mir wird schlecht…..
*Boooooooh…..lach mich weg…..
*Da soll nochmal jemand sagen ICH wäre dick…. pfft
*ich finde das überhaupt nicht ok das sich hier über die Frau lustig gemacht wird..Vill ist diese Frau auch krank.. und niemand kennt die LebensGeschichte dieser Frau.. lebenslang beurteilen was sie schon alles durchmachen musste..
*HeeeeeeeeeppppppppppHilfeeee
*bäähhh
*einfach traurig…bäh
*OMG :o<
*du ekelhafte ich war bis gerade am essen
*BRUTALO; SCHLIMM……
*das kann nicht gefallen
*neeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnnn!
*da stimmt ich [Name] nur zu… man weiß nicht unter was die frau alles leidet oder gelitten hat… falls sie aber nicht krank ist, ist das echt eckelhaft…. hahahaha
*die arme..
*booah was ist das ekelhaft.von gesunder ernährung kennt sie wohl nix ausser nur fressen 24std.lang.da läuft ein kalt der schauer über den rücken
*na lecker….:O
*Kekse nuur eiin biischen uebergewiichtiig… hahahahahaha
*Haha yummie lol
*yurt d?s?ndaki k?ylar?n 40 yas?ndan sonraki hali
*aber hallo
*was soll das scheiße???
*schön sich über dicke lustig zu machen wa …. man sieht doch das es bearbeitet wurde das bild
*wäääh :D
*für die frau reicht die kleine seife doch gaarnicht :D
*Krank ist der, der das Bild hier gepostet hat………aber richtig krank
*ja,bitte rausnehmen,,nicht schön das man das öffendlich macht,,wobei keiner weis warum sie so aussieht,,
*Das aussehen is ja wohl völlig egal, und das das hier so offen gepostet wird finde ich echt das letzte! Vorallem ist sie mit sicherheit gesundheitlich sehr angeschlagen!
*[Evtl. Vorname] geile stuck
*die sollte sich besser erneren das ist sie selber schuld das die so auß sied aber das ist auch das letzte so etwas zu posten
*Mir ist schlecht………
*Leute -.-‚ es is dumm sich über sowas lustig zu machen. klar, sie hat etwas zu viel gegessen, aber bloß, weil sie so dick ist, sollte sie nicht direkt als ekelhaft eingestunft werden, sie ist auch ein mensch.
*che täten gut daran ihre rechtschreibung zu kritisieren und nicht das aussehen anderer :-))))))
*manche
*diese Frau hat sich garantiert selbst so gemacht! Ansonsten bin ich ganz deiner Meinung!
*ist das da unten ihr handy?? wieso hilft ihr keiner?
*die ist selber schuld,wenn einer viel frisst,sieht er so aus,da hilft auch kein jammern,sie hat es sich angefressen,hat ihr keiner gesagt das sie es soll.also man braucht kein mitleid zu haben.finde ich!
*vll hat sie auch ne krankheit und kann da nichts für! sowas gibst auch
*ach du sch… was ist das???
*schiebt den wal zurück ins meer….
*ekelhaft, und jetzt seh ich es ca eine stunde auf der hauptseite als neuigkeit Dankee
seifesuchespiel
*ich glaube wir können froh sein, dass wir sie von der seite sehen
*Mir wird gerade schlecht!!!!
*auweija….
*Boa ,so dick kann man doch gar nicht sein …
*es gibt leute bei denen es auch ne krankheit ist wenn se dick sind habt ihr da mal drann gedacht also ich muss echt sagen traurig das es so leute wie euch gibt die dann auch noch drüber lachen setzt euch doch mal in ihre lage ihr würdet auch nicht wollen das drüber gelacht wird … schämen sollten sich einige ehrlich nicht mehr schön
*würg^^
*igitt igitt…… brrrrr…….
*bist du verrückt? wär fast blind geworden!! :)))
*ich muss mich jetzt hier mal ein klinken ich bin auch dick aber aus krankheit und man kann nich über einen menschen urteilen wo man nich weiss warum es so ist ich find es bschämend das man das bild hier rein gesetz hat und ich finde es ekelhaft wie manche dieses bild beurteilen
*hmmm was bin ich doch schlank :-)
*gruselig…. brrr
*Das meine ex bin nur trauig weil sie hat schluß gemacht will ich sei ihr zu schlang :-)
*oh mann
*Also wenn man sich traut genauer hinzuschauen dann erkennt man fast nen M von Mc Donald ;-) brech
*Neeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnnnnnn!!!
*Wow also echt, so was macht man nicht wie kannst Du nur…. ; ) mal was andres ne
Krass traurig wie menschen aussehen können:(
*Is das deine beim duschen???
*sau geil .!!! *_________*
*ich Denkmal ein paar Schubkarren Pommes und ein paar Tonnen Ketchup passen noch rein in das Schwein
*IHR SEID ECHT EKELIG;HAT WAS VON EINER KUH;NUR DIE EUTER SIND ZU WEIT VORNE.
*Durchmacher Beats baaahhh is das wiederlich nein wiederlich is dafür kein ausdruck mehr augenkrebs ihhhhgitt
*Die arme Frau…. und schämt euch für eure Kommentare….ihr seid die widerlichen!!!!!!! Kopfschüttel! !!!! Das regt mich auf!!!!
*uhhhhhh baby heb die seife auf
*Hammer was ne wucht brumme
*bück dich du luder….muahahahahaha
*?^^
*immerhin sie kann sich noch bücken manche liegen mit so einem körper nur noch im bett
*wow
*Des is a Hirsch Seife oder?
*?Gefällt mir so das ich kotzen muss
*voll porno….. ;-)
*Das ist drüsenbedingt!!!
*da fehlen mir echt die worte….
*Alle, die sich darüber lustig machen, sollten sich mal still in eine Ecke stellen und sich schämen :-(
*omg…
*Ich finde es schlimm das ein Menschlicher Körper überhaupt zu sowas fähig ist das ist echt ich finde keine worte es ist einfach nur total KRASS
*ich kiegs kotzn .. sry…^^
*ein zu groß gewachsenes vollrasiertes hängebauchschwein hahahaha
*ich schwör, das ist gebäude mit füssen.
*Das ist die Dame welche aus Amerika ist und mit Absicht soviel ist weil sie die dickste Frau sein will. Egal wie ein Mensch aussieht es zählt der Charakter.
*[Spitzname] man wie du abgehst :D
*omg IST DIE SEXY ?- hahahhaha
*es schaut trotzdem witzig aus :D
*wer hat mich hier heimlich beim duschen fotografiert????? nicht lustig!
*omg
*Poser Ihr seid ja alle tolerant^^ -.-
*Ouuuuuuuuuuuuuu shit
*[Evtl. Nachname] wei was ist das denn für ein panzer
*aber sie hebt die seife selbst auf das doch was ;D
*[Evtl. Nickname] 0 waas ist daas denn füür ein Diing 0 ?
*lass knackken
*boar sexy ?
*Jessas -0 is des echt????
*Das sieht aus wie ein Elefant xD oder nielpferd :D
*Nur weil es lange haare hat ist es eine SIE?
*Immer wieder schön zu sehen wie dumm leute sind.
*mal darüber nachgedacht dass es leute gibt die ne schwere krankheit haben und deshalb an übergewicht leiden?!
*frau auf dem bild is lachhaft,sondern euer verhalten.
*hahahhaah da bleibt doch der boden trocken
*Ich kotz gleich!!!!!!!!
*Wieso stellst du Fotos von mir beim duschen rein??? :O ^^
*Ich denke mal das der charakter zählt aber auf der anderen seite wenn jemand so ein bild von sich schiessen lässt muss man leider auch mit den fiessen kommentaren rechnen und wenn das die ist die so viel ist um die dickste frau der welt zu sein sollte sie sich schähmen das sie versucht für irgend jemanden ein vorbild zu sein das ist einfach nur ungesund was sie macht
*?.. hilfe,arbeite mal an deiner rechtschreibung @[Nickname].. davon tun mir nämlich die augen weh !
*Ha Ha Ho Ho Hi Hi, Das findet ihr witzig oder ? Ihr assoziales Pack !
*Heftige Lage! O.O
*Mir fehlen die Worte, hier sollten sich gerade einige schämen, der Fotograf, das Model, ihr die nichts besseres zu tun habt als euer Maul auf zu reißen!Hier fehlt wieder mal die Menschlichkeit,,,,,
*QUE HORROR,QUE PENA!!!!HEAVY
*[Evtl. Vorname] ekelhaft
*übergewicht ist keine krankheit!!! alles eine sache der ehrnährung und der masse die man zu sich nimmt … ;-)
*lecker :-P
*man echt sexy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy lol
*zum kotzen…
*OH NEIN […] WO HAST DU DAS DENN HER? MIR WIRD ES SCHLECHT
*Man! Ist das ekelig!!!
*Got a new bird eh ???????lol
*ekelig
*Fuck was ist es …..
*über soetwas kann ich nicht lachen dick dünn klein gross …….charakter zählt
*muß das sein?
*Ein traum
*Und ob übergewicht ne krankheit is.
*können leute wie du [Vorname] nicht wissen weil sie einfach nur zu blöd sind!
*lachen die übergewicht haben is echt erbärmlich,würd gern mal ein bild von deinem hirn sehen(falls vorhanden) ich glaub das wäre um weites lustiger!
*ist dass ein mensch
*Um gottes Willen,sowas ist doch pervers.
*hilfe!
*Mir fehlen die Worte wie kann man so unverschämt sein und das Fotografieren ich bin auch nicht gerade schlank aber das ist die Krönung.
*da geht man lieber sterben als sowas zu sehen echt eckelhaft
*mann ist die geil
*omg…ungesund…kein mensch ist perfekt aber diese frau hat echt seelische probleme die sie in sich reingefressen hat…
*NC !!!
*Heftig dünn :D
*Löchert behh voll ekelhaft i gitt
*a bissl blass is a der [Vorname]..;-)
*das ist in der Tat ein ein zeichen für den schlechten Charakter..welch normaldenkender Mensch tut sich das freihwillig an?Was kann sie mit dem Körper noch ?Arbeiten?Sich um die Kinder kümmern?Irgendwann ,ganz bald wird sie zum Pflegefall…und wer zahlt das?Alle,die so dämlich sind schlank zu bleiben und arbeiten zu gehen..also ich bitte euch…es hat gerade nicht viel mit toleranz zu tun,die bösen kommentare sind eher die entsetzung darüber…..
*Um Himmels Willen!!!
*dann behaupten mansche dicke das sie sich so gut fühlen wie sie sind!!!is klar!
*auweia
*weiiiii! wer hat den das monster auslassen?
*is das die mona hahahahaha
*echt fett.
*hahahahaha!!! na net ganz! aber so eine frau ist der überhammer die einfach nur fett as ist ja nicht mehr schön! also wenn man mit der frau Fi…n muss na bum da geht glaublich ein jeder mann ins kloster und bleibt ewig jubgfrau
*Aragorn!:DILiiiiiiiiiike!
*sowas sollte verboten werden weil so ein mensch kann sich ja nicht einmal alleine ins bett legen der braucht ewig hilfe
*ekelhaft…..
*omg so eine fette sau
*elephantitis
*wenn die fällt ist echt vorbei^^
*OMG!!!!
*Das nenn ich doch mal seife aufheben hahaha
* Ich kotz gleich sowas muss nicht sein wenn man dick ist
*Ich verstehe einfach nicht wie Leute so hässliche Fliesen ins Bad legen können…
*wer weiss wer hinterm vorhang steht… XD
*Omg :o
*She taking it up the ass?
*Pfui !!
*wirklich…kann gerold nur zustimmen..hässliche Fliesen!
*Omg
*gefällt mir ist guat, das ist ja echt der purre horror!
*Ahhhhhhh… die hat die ganze Fußballmannschaft aufgefressen….. Ich Spiele nieeeeeee wieder Fußball :P
*Oh mein Gott……
*love me ständer!
*rosane Duschvorhänge *____*
*aus welchem Zirkus ist die entlassen worden?:))
*Mein Gott arme Frau ich fühle mich nie wieder zu fett
*Quatsch ?3 sachen die ich auf eine einsame insel mitnehmen würde.. grill.. kohle.. und sie
*How did u get this picture of me? I’m so embarrassed…
*jesus
*Nur mal der info halber, es gibt zwei Sucht arten die bei manchen Menschen zu solch einer Fettleibigkeit führen können! 1.Die Fettsucht und 2. Die Essfettsucht entweder in der Schule besser aufpassen oder mal Google/Wikipedia nachschlagen ;)
*manche können nichts für das die dick sind manchmal ist es eine krankheit. Also nicht direckt so krumme sachen schreiben. Mann weiß nie was die menschen haben.
*die braucht wenigstens net angst zu haben, sich nach der seife zu bücken, da passt eh keiner mehr hintendran :D
*süß
*ohaa wahnsin haha
*wass eine wasserrate
*haha shit …traumbody
*darf man sowas zeigen nicht dass ich hinschau aber wegschaun geht auch nich wie viel speicher brauch das pic
*pfui das is ja widerlich !!!!
*omg o.O
*Boah hammer es muss doch schnell fettabsauger weg machen lassen.
*Ich brech ins Essen! sorry
*In ihrer Freizeit zieht sie Katapulte nach Gondor
*tzzzzzzz [Vorname]hast du zugenommen *flitzzzzzzzzzz
*Heute schon gekotzt…. bäh…..
*Geil.
*OMG
*das sind doch 100%ig Wadenimplantate :)
*?90/60/90 und das andere bein auch ;-)
*Das ist mal ein Vollweib… Ihr Männer steht doch auf kurven;)
*Boahh, Leute. Ich bin am essen …
*was ist das
*lass es dir schmecken
*Da fällt mir nix zu ein….Bääähhhhh
*Einfach nur geil TRAUM XD
*wie kann man nur mit dem alter so krank sein? hallo? habt ihr kein leben oder was? oder warum müsst ihr euch wegen kranke menschen lustig machen? sowas is einfach nur arm!
*daran gedacht das sie vielleicht eine krankheit haben kann?`
*he wie tief kann man eig sinken sich um solche menschen lustig zu machen!
*das dachte ich mir auch… ab einer gewissen grenze (und ja! diese ist sehr fliessend) ist es wirklich nicht mehr lustig… sie tut mir nur noch leid, und dann auch noch veröffentlicht zu werden…
*sie ist nicht krank sie ist sexy
*booaaa iiiiihhhhhhhhhhhh
*klar ! wenn ich mit einem prob nicht klar komm bin ich krank !!!!!!
*Berge Hell noo Hehe
*omg:O
*Sauerstoff Flasche und ab in die Wellen…!!! ;-)
*ihhh! Und ich dachte ich bin fett!
*donnerwetter…
*sorglos für die Seife bücken
*Kampfkoloss xD
*Voll die Süße ^^
*@[Vorname] : wenn du selber mehr als genug drauf hast, finde ich es für dich peinlich andere Menschen fett zu nennen!
 

Updates: Triggerwarnung hinzugefügt; Smileyanmerkung meinerseits entfernt

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Netzwelt | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Damit das Netz nicht vergisst…

Die Aussage, ‚das Internet‘ vergesse nichts, sollte nicht zu der leichtfertigen Annahme verleiten, alle Informationen, die wir einmal einspeisen, seien für alle absehbare Zeit verfügbar (wobei damit wohl meist nur das WWW gemeint ist, was selbst ja nur einen Teil des Internets darstellt, aber darauf will ich jetzt nicht weiter eingehen). In Wahrheit darf sie höchstens als Hinweis betrachtet werden, dass es meist so kommen könnte. Was wir ob der gewohnten Präsenz von Google gerne übersehen, ist, dass eine Information nur solange als verfügbar betrachtet werden kann, wie interessierte User in der Lage sind, die zugehörigen Datensätze zu finden und in eine ‚menschenlesbare‘ Form zu übersetzen. Alles unter der Voraussetzung, dass es überhaupt noch Interessierte daran gibt. Andernfalls bleibt höchstens noch die Hoffnung, dass jemand zufällig darüber stolpert, was aber auch nur bei einer hinreichend dichten Vernetzung realistisch ist. Daten, die zwar noch irgendwo gespeichert und theoretisch öffentlich zugänglich sind, die aber schlicht kein Mensch mehr findet, können getrost als „vergessen“ bezeichnet werden. Ganz analog zum menschlichen Erinnerungsvermögen, bei dem man sich an vieles, was vergessen wurde, theoretisch wieder erinnern könnte, würde einem nur der passende Gedanke durch den Kopf gehen.

Die Möglichkeit, sich im Dickicht des immer schneller wachsenden Webs zurechtzufinden, ist daher nichts geringeres als einer der größten Eckpfeiler unserer ganzen Informationsgesellschaft. Die Verfügbarkeit von immer mehr Speicherkapazitäten und von Anschlüssen mit immer höheren Bandbreiten sorgt schon heute dafür, dass nicht nur mehr das verbreitet wird, was bereits relevant erscheint, sondern alles, was irgendwann für irgendjemand relevant werden könnte. Das ist aber so ziemlich alles, was uns täglich begegnet und bewegt. Denn niemand weiß, welch kleines Fragment einmal Bestandteil eines komplexen Gesamtbildes werden kann. Damit diese Unmenge an Daten angemessen genutzt werden kann, um daraus etwas neues zu schaffen, sind Filter vonnöten, die die für eine konkrete, individuelle Anfrage relevanten Informationen in eine übersichtliche Ordnung bringen. Dies geht über die klassische Funktionsweise einer Suchmaschine hinaus, die nur zum Ziel hat, passende Einzelinhalte vorzusortieren. Wollen wir nämlich die Potentiale der heutigen Vernetzung wirklich voll ausnutzen, sollte es darüber hinaus für Otto-Normal-User auch möglich sein, auf Wunsch eine große Anzahl von Quellen in einer vorgegebenen Art und Weise automatisiert auszuwerten. Die Erfassung und Strukturierung aller öffentlich verfügbaren Inhalte ist aber in jedem Fall von zentraler Bedeutung.

Es ist daher umso fataler, sollten wir glauben, diese Aufgabe im Wesentlichen einem einzigen Konzern überlassen zu können. Wenn jeder Versuch, Alternativen zu schaffen, von vornherein als lächerlich und aussichtslos bezeichnet wird. Wenn selbst eine ‚Lichtgestalt‘ wie Jimmy Wales es nicht schafft, die nötigen Kräfte dafür zu mobilisieren. Und, wenn nun auch ‚Mutter Google‘ persönlich aufhört, diese Herausforderung als Kerngeschäft zu verstehen, wie es mspro in seinem neuesten „ctrl+verlust“-Eintrag behauptet, der auch den Anstoß für diesen Artikel gab.

Dabei gäbe es so viele Punkte, an denen angesetzt werden könnte. So stellen Links zwar bis heute die zentrale Ordnungsstruktur des WWW dar, doch könnten sich ganz neue Möglichkeiten ergeben, würden automatisch weitere Zusammenhänge erkannt. Google sucht immerhin mittlerweile auch nach Synonymen der in der Anfrage verwendeten Wörter. Aber (um jetzt mal ganz naiv ein paar Spinnereien aufzulisten) ich fände es z.B. hochinteressant, wenn irgendwann Muster in Bildern, Videos und Tondateien erkannt, verglichen und verwendet würden, um zusätzliche Beziehungen zwischen einzelnen Seiten und Dokumenten ausfindig zu machen (tineye zeigt einen bemerkenswerten, wenn auch noch ausbaufähigen, Ansatz auf). Oder wenn hierzu Textelemente auch aus Rastergrafiken und gesprochenen Quellen extrahiert würden.

Das mögen Gedankenspiele sein, die bei der Vielzahl an solchen Inhalten flächendeckend kaum zu realisieren scheinen. Aber das sollte niemanden davon abhalten, solche Ansätze im kleinen auszuprobieren, genauso wenig wie die übermäßige Marktmacht von Google. Denn angesichts der Geschwindigkeit, mit der auch heute schon nicht sofort aufgegriffene Inhalte unter den Tisch fallen, sind Innovationen unerlässlich, die uns aufzeigen, wie wir die Fülle an gespeicherten Daten nutzbar machen können. Ansonsten werden wir feststellen, wie vergesslich eine Gesellschaft auch trotz eines noch so dicht vernetzten digitalen Gedächtnisses sein kann.

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Netzwelt | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Berlin – Vom Wahlkampf zur Wahlparty

„90 Sekunden noch.“ Die Anspannung, aber auch die Vorfreude ist allen Anwesenden ins Gesicht geschrieben. Es ist Sonntag, der 18.09.2011, 17.58 Uhr, und ich befinde mich in einer restlos überfüllten Area im Szeneclub Ritter Mutzke in Berlin-Kreuzberg bei der Wahlparty der Piratenpartei.

Angereist am Mittwoch, den 14.09., habe auch ich noch einen kleinen Beitrag zum bisher wichtigsten und mit Abstand erfolgreichsten Wahlkampf der Piratenpartei Deutschland leisten können. So zog ich mit meinem Gastgeber, Martin Haase, und weiteren Berlinern sowie von weit her angereisten Piraten quer durch Schöneberg, um dort Flyer mit Kurzwahlprogrammen und „Kaperbrief[e]“, die „Piratenzeitung zu Berlin“, unter den Passanten zu verteilen. Viele gingen, wie bei der Begegnung mit Straßenwahlkämpfern allgemein üblich, kopfschüttelnd weiter, andere drehten sich kurze Zeit später um und meinten nur: „Ach von den Piraten? Ja da muss ich mich doch mal informieren!“ Wir profitierten natürlich von der Medienaufmerksamkeit der Tage zuvor. Wohl kaum hätte es sonst so viele Leute gegeben, die die Zeitung direkt freundlich entgegennahmen und uns teilweise noch viel Erfolg wünschten. Denjenigen, die uns schon sicher im Parlament wähnten, versuchten wir immer wieder deutlich zu machen, dass uns diese Haltung auch gefährlich werden könnte, nämlich dann, wenn die Menschen ihre eigene Stimme nicht mehr für wichtig nehmen. Treffend lautete daher auch die Kernbotschaft des, aufgrund von kurzfristig eingetroffenen Spendengeldern noch gebuchten, U-Bahn-Werbespots: „Vertrau keiner Umfrage – wähle selbst!“.

Von der Überzeugungsarbeit auf der Straße einmal abgesehen durfte ich noch weitere Aktionen miterleben, z.B. war ich als Gallionsfigur eines motorbetriebenen Bootes haut- bzw. ‚holznah‘ beim Flottentreffen der Piraten am Freitag auf der Spree vor dem Ufer des Treptower Parks dabei, wo uns zuvor beim Picknick noch die Jungliberalen mit ihrem Slogan „Schulden stoppen – Piraten entern“ letzten Endes nicht sehr erfolgreich zu trollen versuchten. Am selben Abend gab es am Boxhagener Platz noch DJs und Beatboxer zu hören, die zu unserer Unterstützung vor dem hölzernen Straßenschiff der Piraten wirklich glänzende Auftritte ablieferten. Waren wir gerade unterwegs, wurde auch immer wieder die Gelegenheit genutzt, die Sticker mit der Aufschrift „26 Alle Stimmen für Piraten“ (die 26 stand für den Listenplatz, was im offiziellen Werbespot mit „auf deinem Wahlzettel ganz unten“ ironisch kommentiert wurde) auf unsere Plakate anzubringen, um mit diesen sogenannten „Störern“ noch einmal deutlich zu machen, dass sowohl die Erst- und Zweitstimme für das Abgeordnetenhaus als auch die Stimme für die Bezirksverordnetenversammlung für uns wichtig waren. Am Sonntagmorgen stand dann noch der monatliche politische Brunch der Berliner Piraten an, der diesmal entsprechend groß ausfiel und dessen Teilnehmerzahl daher die reservierten sechs Plätze in der „Alte[n] Mensa“, einem Restaurant in Lichtenberg, hoffnungslos überstieg, was einen Teil zum weiterziehen in eine andere Örtlichkeit zwang.

Dort unterhielten wir uns noch eine Weile, bis wir schließlich zum Ort der Wahlparty in der Ritterstraße aufbrachen. Hier waren bereits die Vorbereitungen in vollem Gang und die ersten Presseleute schon eingetrudelt. Die verbleibende Zeit bis zum offiziellen Beginn habe ich u.a. genutzt, um mit ein paar weiteren Piraten etwas beim Vorbereiten der Schnittchen zu helfen. Die gerade angekommenen Journalisten fragten auch ab und zu jemanden von uns, was für ein Ergebnis wir erwarten oder ob wir auch irgendwo kandidiert hätten (was bei mir natürlich nicht der Fall war). Ins Zentrum des sich füllenden Raumes rückte neben der Bühne immer mehr die Leinwand, auf der die Wahlsendung mit Jörg Schönenborn übertragen wurde, während dazwischen schon wieder fleißig Interviews gegeben wurden.

Und dann waren es auf einmal nur noch zehn Sekunden bis zur ersten Prognose des Wahlergebnisses, die von den Anwesenden mit der entsprechenden Euphorie herunter gezählt wurden. Nach den noch vergleichsweise ruhig aufgenommenen Erwartungswerten für SPD, CDU und Grüne folgte angesichts der herben Verluste der FDP der erste große Jubel, und mit der Vorhersage von 8,5 % für die Piratenpartei brachen überall Freudenschreie aus, Umarmungen waren genauso zu sehen wie Glückwünsche für diejenigen, die bereits sicher einziehen würden, während Pressevertreter an die Bilder gelangten, auf die sie gewartet hatten.

Im Laufe des Abends folgten natürlich immer genauere Hochrechnungen, bis wir schließlich das vorläufige amtliche Endergebnis mit 8,9 % Zweitstimmenanteil vor uns sahen, die den Einzug der gesamten Landesliste mit ihren 15 Mitgliedern bedeuteten. Doch zuvor standen noch die Reden von u.a. Gerhard Anger, dem Berliner Landesvorsitzenden, der das Ergebnis nur mit „krass“ zu beschreiben wusste, oder Rickard Falkvinge, dem Gründer der schwedischen „Piratpartiet“, der vor allem die Bedeutung dieses zweiten großen Erfolges (nach dem Einzug eines Piraten ins europäische Parlament) für die internationale Piratenbewegung betonte. Für Erheiterung im Publikum sorgte noch der Auftritt eines angeblichen Berliner Fahrkartenkontrolleurs, der danach als Kabarettist des Quatsch Comedy Clubs geoutet wurde.

Durch die Berichterstattung trafen auch noch weitere Gäste ein, unter denen sich etwa Sascha Lobo, Markus Beckedahl und Carsten van Ryssen, einem Reporter der Satiresendung „Heute Show“, mitsamt Kamerateam, befanden. Während im benachbarten Tanzsaal Piratenbrillen verteilt wurden, wurden manche der nunmehr im Mittelpunkt der Berichterstattung stehenden Vertreterinnen und Vertreter der Piraten von Interviewanfragen überhäuft.

Zurück bleibt das Gefühl, einen historischen Moment miterlebt und mitgestaltet zu haben, und die Hoffnung, zusammen mit den anderen Mitgliederinnen und Mitgliedern der Piratenpartei nun endlich ‚klar zum Ändern‘ zu sein.

Danke an Gernot G. und Jan B. für die Anregung zu diesem Text und zudem an Jan B. für seinen Ergänzungsvorschlag.

Updates: Von mir selbst missinterpretierte und daher missverständliche Formulierung entfernt.

Veröffentlicht unter Medien, Piraten, Politik | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Nun sag, wie hast du’s mit den Tieren?

Julia Seeliger holt also in der Taz zum ganz großen Rundumschlag gegen sich für Tierrecht einsetzende oder auch nur darüber nachdenkende Menschen aus – und erhält deutlich Gegenwind, kein Wunder, spart sie doch nicht mit Vorwürfen gegen die genannte Personengruppe: „Radikal“, gar „faschistoid“ seien sie, „üble Gesell_innen“, die einer „schwammige[n] Kinderideologie“ bzw. „Bauchreligion“ anhängen und „Gedankengut“ verbreiten, „das dem Prinzip der Würde des Menschen und dem der Gleichheit diametral widerspricht“. Wow.

Die Belege, die sie für ihre Anschuldigungen liefert, lassen sich zweifellos nicht pauschal von der Hand weisen. Auch ich habe meine Probleme mit vielen Peta-Aktionen, die vor allem auf Effekthascherei und Provokation angelegt sind und dafür auch gerne das unfassbare Leid von in der Vergangenheit (und leider teilweise auch heute noch) diskriminierten Menschen quasi als Illustration ihrer politischen Botschaft heranziehen. Genauso ist auch mir bewusst, dass bestimmte religiöse Sekten Tierrechte auf eine sehr dogmatische Art und Weise einfordern. Aber Julia Seeliger reicht es nicht, das unverantwortliche Auftreten einzelner Gruppierungen zu Recht zu kritisieren, sie spricht gleich der ganzen Diskussion ihre Daseinsberechtigung ab. Eine Diskussion, ob auch Tiere oder bestimmte Arten von Tieren etwas individuell lebenswertes an sich haben könnten, führt ihrer Ansicht nach in einer intellektuellen Einbahnstraße direkt zur Relativierung der Menschenwürde.

Ist dem so? Ist die Idee von der Gleichheit und der Würde aller Menschen ein so labiles Konstrukt, dass die Frage nach Empfinden und Bewusstsein anderer Lebewesen es bereits in seiner Existenz bedroht? Ich hoffe nicht. Natürlich muss diese Idee verteidigt werden, aber müssen wir deshalb gleich jedes Bestreben nach einer Erweiterung unseres Weltbildes aufgeben? Denn hier nähern wir uns dem Kern des Problems: Julia Seeliger konstatiert TierrechtlerInnen ein „geschlossene[s] Weltbild“, aber wie sieht es mit ihrem eigenen aus? Für sie scheint es klar zu sein, dass außer dem Menschen kein anderes, individuell wertvolles Leben mehr existieren kann. Zeugt dies von Offenheit? Sie hat recht, wenn sie darauf verweist, dass wir keine „Pferdeflüsterer“ sind und wir uns daher nicht im Klaren sein können, was in Tieren vorgeht, aber woher nimmt sie ihre absolute Gewissheit, dass dort nichts ist, was menschlichem Empfinden auch nur im entferntesten nahe kommt? Oder birgt diese Frage bereits die Gefahr der Relativierung des Menschlichen, müssen wir sie beseite legen, entschieden verneinen, ohne ihre Antwort zu kennen, vielleicht im Wissen, es niemals wissen zu können, aber im Gewissen, dass nicht sein kann, was nicht sein darf? Julia Seeliger beschränkt sich laut eigener Aussage eigentlich auf das Praktische, und es ist natürlich überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn sie bei ihrem Handeln den Menschen voll und ganz in den Mittelpunkt stellt. Wenn sie jedoch, wie es in ihrer Taz-Kolumne anklingt, bloße Denkrichtungen abwertet, wird sie nicht umhin kommen, sich auch theoretischen, philosophischen und damit grundsätzlichen Fragen zu stellen.

Des Weiteren möchte ich kurz auf ein spezielles Argument von ihr eingehen:

„Und was soll das eigentlich alles in einer Zeit, in der nicht nur in Somalia Menschen verhungern?“

Dieser Einwand ist sicher nicht unberechtigt. Jedoch ließe sich damit jede politische Aktivität, die nicht die Rettung von Menschenleben zum Ziel hat, als „Luxusproblem“ herunterspielen. Die oben beschriebene Fragestellung an sich greift dieses Argument gar nicht an, und nur um deren Relevanz geht es mir. Vieles an politischen Forderungen zu diesem Thema ist sicherlich überstürzt, und ich kann hier auch nichts konkretes anbieten. Persönlich bin ich zwar aus tierethischen Gründen Vegetarier (kein Veganer, vielleicht inkonsequent), aber das bleibt jedem selbst überlassen.

Gesamtgesellschaft können wir uns diesem Problem aber auch nicht komplett verschließen. Schon beim Thema Tierversuche geht es los. Selbst wenn diese nicht prinzipiell ausgeschlossen werden, stößt man auf umso mehr Fragen: Braucht es eine Einzelfallabwägung, was den Nutzen angeht? Aber wie soll ich abwägen, wenn ich Tiere von vornherein als wertlos erachte? Muss also alles erlaubt sein? Sollen auch Versuche an besonders hoch entwickelten Tieren möglich sein?

Julia Seeliger schreibt in einer Antwort auf einen Kommentar in ihrem Blog, dass sie „nichts gegen ein Verbot von Versuchen an Menschenaffen“, sie betont auch immer wieder, dass sie nicht für Tierquälerei sei. Wenn ich versuche, ihre Argumentation nachzuvollziehen, dann frage ich mich: Warum eigentlich? Wenn wir davon ausgehen, dass das Leben eines Tieres keinen individuellen Wert hat, was schützen wir dann, wenn wir Tiere schützen? Geht es nur darum, dass wir das Leiden intuitiv nicht mitansehen können und gleichzeitig die Artenvielfalt für uns und nur für uns erhalten wollen? Letzteres wäre sicherlich eine legitime Absicht. Aber was wollen wir dann Menschen moralisch entgegenhalten, die „nur“ einzelne Tiere quälen, ohne die Art an sich zu gefährden?

 

Update um 23:11 : Ein paar Formulierungen präzisiert.

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Philosophie, Tierethik | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Integration – die Aufgabe aller

Endlos scheint sie, die Debatte um den werten Herrn Sarrazin, die zeitweise eher einer einzigen kostenlosen, medialen PR-Kampagne für sein kürzlich erschienenes Buch (das ich nicht vorhabe zu lesen) als einer kritischen Auseinandersetzung ähnelt. Grenzenlos wirkt auch die gesamtmediale Verweigerung, dies wenigstens zum Anlass zu nehmen, um auf einem vernünftigen Niveau über eine konkrete Ausgestaltung von Integrationspolitik zu diskutieren. Nein, stattdessen wird lieber darüber geredet, ob es sich um eine diktatorische Zensur handelt, wenn eine Kanzlerin es wagt, sich negativ über ein Schriftstück zu äußern oder ob sich eine Großbank tatsächlich erdreisten kann, bei der Besetzung ihrer Führungspositionen auch auf Konsequenzen für ihr öffentliches Ansehen zu achten. Schockschwerenot. Alles schreit plötzlich nach Meinungsfreiheit, dass man es sich doch nicht erlauben kann, die Sprechkanäle eines Mannes auch nur ein wenig zu beschneiden (Merke: Vorabdruck + ARD-Auftritte + kontroverse Diskussion = Hexenjagd), der ja angeblich nichts weiter tut, als die Ansichten des gemeinen Volkes widerzugeben, der es wage, auszusprechen, was andere nur denken.

Ja, er spricht sie aus, die Parolen über „die Muslime“, „die Migranten“, „die Ausländer“, mit denen sich anscheinend viele Menschen (jedoch sicher nicht „die Deutschen“) identifizieren können. Doch, mal ernsthaft, was haben wir davon? Bringt uns das irgendwie weiter, wenn wir gemeinsam den Hass auf irgendwelche Sündenböcke schüren? Wohl kaum. Die Herausforderung der Integration werden wir damit nicht bestreiten können. Sagte ich „wir“? Ja, denn Integration kann nicht, da mögen unsere Konservativen und Konsorten noch so laut schreien, nur als Aufgabe von Migrantinnen und Migranten verstanden werden, nein, es handelt sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wenn wir uns ein friedliches, aufgeschlossenes und gleichberechtigtes Mit- und Nebeneinander wünschen, so müssen wir auch alle für dieses Anliegen eintreten.

Doch stattdessen wird entspannt nach der Logik verfahren: „Ihr kommt aus dem Ausland, also seid ihr Gäste und habt euch so zu benehmen. Wenn ihr dazu gehören wollt, passt euch gefälligst an.“ Das halte ich allerdings für großen Unfug. Wir tun immer so, als gäbe es eine „Heimatkultur“, die ein prinzipielles Vorrecht habe gegenüber irgendwelchen „Fremdkulturen“. Doch welches Recht haben wir, irgendjemanden irgendeine Kultur vorzuschreiben? Wenn Menschen mit Migrationshintergrund bei uns leben, sind sie genauso Bewohnerinnen und Bewohner dieses Landes und haben genauso ein Recht auf ihre kulturellen Vorstellungen wie wir auch. Wenn nun einmal in einem bestimmten Viertel ein großer Anteil einen Migrationshintergrund hat, wer kann es ihnen verübeln, wenn sie ihr Umfeld nach ebendiesen, eigenen Vorstellungen einrichten? Ich würde auch soweit gehen, zu sagen: Warum sollten Kinder mit türkischen Sprachkenntnissen sich auch auf deutschen Schulhöfen nicht in türkisch unterhalten dürfen? Nur, weil uns das vielleicht befremdlich erscheint? Es wäre meiner Ansicht nach einfach nur weltfremd, da rumzugehen und zu sagen „Kinder, würdet ihr euch bitte auf Deutsch unterhalten, schließlich sind wir hier in Deutschland.“ Damit möchte ich natürlich nicht ausdrücken, dass BewohnerInnen von Deutschland nicht auch der deutschen Sprache mächtig sein sollten. Doch der Umgang auf dem Schulhof (anders als im Klassenzimmer) gehört genauso wie die kulturelle Teilnahme zum privaten Gestaltungsraum eines Menschen, den der Staat nicht direkt in vermeintlich erwünschte Bahnen lenken kann.

Dennoch sind wir immer wieder vor die Aufgabe gestellt, einer kollektiven Abgrenzung bestimmter Teile unserer Gesellschaft vom Rest in geeigneter Weise entgegenzuwirken. Abgrenzung darf aber nicht nur als Selbstabgrenzung verstanden werden, wie es leider allzu oft geschieht. So wird sich kaum leugnen lassen, dass es einiges an Resentiments gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund gibt und natürlich schaffen auch diese ganz automatisch Abgrenzung, indem man sich z.B. lieber keine Wohnung in einem Viertel mit vielen Migrantinnen und Migranten zulegt, seine Kinder lieber nicht auf eine Schule mit vielen Migrantenkindern schickt oder Migrantinnen und Migranten, ob bewusst oder unbewusst, bei der Bewerbung benachteiligt. Ich will auch gar nicht abstreiten, dass Selbstabgrenzung ebenfalls stattfindet, aber wir müssen begreifen, dass beide Prozesse eine Rolle spielen und die Integration behindern.

Das wichtigste, das, was in der derzeitigen Diskussion leider auch am meisten ausgespart wird, ist die Frage danach, was genau getan werden kann, um die Situation zu verbessern. Hier gibt es zunächst einmal die individuelle Ebene, auf der es darum geht, offen und frei von Vorurteilen aufeinander zuzugehen – etwas, das von den Parolen, die wir derzeit wieder häufiger zu hören bekommen, geradezu torpediert wird (wobei natürlich bemerkt werden muss, dass es auch nicht soviel besser ist, wenn diese Parolen im Verborgenen schlummern und keiner darüber redet, allerdings sollten wir vernünftig darüber reden). Damit kommt auch gleich wieder die politische Ebene ins Spiel, auf der es eben auch darum geht, den Menschen auf beiden Seiten die Vorurteile, die sie gegen die jeweils anderen haben, zu nehmen. Gleichzeitig müssen auch konkrete Maßnahmen getroffen werden, um sie aufeinander zu zu bringen.

Wie ich bereits zuvor erwähnt habe, ist es völlig selbstversändlich, dass sich Migrantinnen und Migranten in Vierteln, in denen sie besonders stark vertreten sind, ihr eigenes kulturelles Umfeld schaffen. Wenn „Einheimische“ dennoch nicht den Zugang zu diesen Bezirken verlieren wollen, sondern im Gegenteil ein wirklicher, multikultureller Austausch stattfinden soll, so muss die Viertelbildung meines Ermessens generell kritisch unter die Lupe genommen werden. Der Wohnort ist schließlich mit eines der deutlichsten Belege entweder für Abgrenzung oder für ein vielfältiges Zusammenleben. Dies gilt nicht nur im Bezug auf Migration, sondern prinzipiell im Bezug auf soziale Schichten. Damit muss man es genauso kritisch betrachten, wenn sich Menschen aus den oberen Gesellschaftsschichten nur unter ihrersgleichen niederlassen und sich so ebenfalls von sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen abgrenzen. Auch hier sind wieder einmal alle Teile der Gesellschaft gefordert, eine Veränderung herbeizuführen.

Daher ist es unumgänglich, dass wir uns von den Parolen, wie sie ein Herr Sarrazin oder die bekannte, niveaulose weiß auf rote „Zeitung“  verbreitet, lösen und nicht immer nur vom anderen verlangen, gefälligst den ersten Schritt zu machen.

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“ – Mahatma Gandhi

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Integration, Medien, Politik | Verschlagwortet mit , , , | 6 Kommentare

Ich fang‘ dann mal an…

Nun, nach zugegebenermaßem recht langem Zögern, ist es also soweit. Heute, in ebendiesem Moment, starte ich mein Blog mit diesem ersten Beitrag.

Zunächst möchte ich dich begrüßen, lieber Leser. Ich hoffe, du kannst etwas anfangen mit dem, was ich von mir gebe, mit meinen Gedankenergüssen, die ich nicht länger für mich behalten kann. Sei jederzeit eingeladen, mir mitzuteilen, was du von dem hälst, was du vorgesetzt bekommst. Ich werde versuchen, auf Kritik einzugehen, auch wenn ich nichts daran ändern kann, dass unsere Sichtweisen sicher das ein oder andere Mal völlig aneinander vorbei gehen werden. Das ist aber auch gut so, denn nur durch gedankliche Vielfalt und Diskussion sind wir überhaupt in der Lage, herauszufinden, welche Ideen uns voranbringen und welche nicht. Deshalb ist es auch eines meiner Anliegen, einen kleinen Teil zum Pluralismus beizutragen.

Wenn du einmal in die rechte obere Ecke siehst, wirst du dort drei Wörter erkennen: Philosophie, Politik, Gesellschaft. Das sind die Themen, denen ich mich in meinen Posts besonders widmen möchte. Doch eines sei vorweg gesagt: Eine besondere Qualifikation kann ich in keinem der drei Bereiche vorweisen. Das einzige, was mich, mehr oder minder, befähigt, meine Zeilen zu füllen, ist, von ein wenig gymnasialer Schulbildung mal abgesehen, mein stetiges Nachdenken über diese vielfältigen Aspekte unseres Zusammenlebens. Das ist nichts weiter besonderes, das weiß ich. Und doch, es ist ein Teil meines Lebens. Schon früh habe ich angefangen, mir den Kopf zu zerbrechen über Fragen wie nach der Freiheit des Willens, nach der Möglichkeit der Friedenssicherung in der Welt oder nach dem Verhältnis von Gerechtigkeit und strafrechtlicher Justiz. Ständig wächst in mir dabei das Bedürfnis, darüber zu reden, zu diskutieren, mich mitzuteilen. Teilweise hatte ich Gelegenheit dazu, teilweise blieb mir dagegen nichts anderes übrig, als weiter meine Gedanken für mich selbst zu spinnen.

Dieses Blog ist daher auch wieder als ein Versuch zu sehen, diesem Bedürfnis gerecht zu werden. Dennoch hoffe ich, wie bereits angesprochen, auch der allgemeinen Diskussionskultur ein wenig dienlich sein zu können.

Veröffentlicht unter Grundsätzliches | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen